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Kultur

Update: 30.08.2018, 12:23 Uhr

Islam

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Von Judith Belfkih

  • Thilo Sarrazin: Warum man sein neues Buch "Feindliche Übernahme" ernst nehmen sollte.

Clash of Cultures: Thilo Sarrazin arbeitet sich in seinem neuen Buch wieder am Islam ab. - © Kachaev/studiostocks

Clash of Cultures: Thilo Sarrazin arbeitet sich in seinem neuen Buch wieder am Islam ab. © Kachaev/studiostocks

Muslimische Staaten sind rückständig. Menschen, die aus ihnen kommen, ebenso: bildungsfern, unkultiviert bis gewaltbereit, von Clan-Strukturen geprägt und religiösen Gesetzen mehr verpflichtet als staatlichen. Schuld an dieser Rückständigkeit ist der Islam.

Er unterdrückt die Frau, reduziert sie auf ihre Rolle als Mutter. Muslime bekommen daher deutlich mehr Kinder. So ist es statistisch zwingend, dass eine derzeitige Minderheit in Europa durch massive Fortpflanzung demnächst die Mehrheit stellen wird. Ganz von selbst. Es wird zu einer feindlichen Übernahme aus dem Inneren der Gesellschaft kommen. Quasi gewaltfrei. Mit Kindern statt mit Kriegern.

Information

Sachbuch
"Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht." Von Thilo Sarrazin, 2018: Finanzbuch Verlag, 450 S, 24,99 Euro.

Die knapp 500 Seiten, die Thilo Sarrazins neues Buch umfasst, sind schnell zusammengefasst. Viel Neues beinhalten sie nicht. Wer "Deutschland schafft sich ab" oder "Wunschdenken" kennt, ist mit den Kernaussagen des deutschen Provokateurs, der sich als Aufklärer im Namen der Fakten sieht, bereits bestens vertraut. In seinem eben erschienenen Werk "Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" spitzt er seine Thesen noch expliziter auf den Islam zu. Titel und Untertitel sind Programm. Sarrazin hat dafür den Koran gelesen und fasst ihn für den Leser zusammen - ganz neutral, wie er betont.

Sein Fazit: Der Islam fördert technisch-zivilisatorischen Rückschritt und trägt eine "expansive Eroberungskraft" in sich. Kurz: Der Islam und Europa, das geht sich nicht aus.

Ungeklärte Schuldfrage

Sarrazin unterfüttert seine Thesen mit Statistiken - von Wirtschaftsdaten, Demokratie- sowie Kriegs-Indizien islamischer Staaten über Pisa-Studien und Geburtenzahlen bis zu nach Religion aufgeschlüsselten Verbrechen. Ihre Rückständigkeit bringen Zuwanderer aus muslimischen Ländern - angelockt vom üppigen Sozialstaat - nicht nur mit nach Europa, sie beharren im Namen der Religionsfreiheit auch darauf, die damit verbundenen Verhaltensmuster beizubehalten. Sie wollen, so Sarrazin, das Unmögliche: Die Früchte einer säkularen Welt genießen, ohne die Geisteshaltung, aus der sie überhaupt entstehen habe können, zu verinnerlichen. Die Folgen sind Parallelgesellschaften, die den Rechtsstaat untergraben, Sozialhilfemissbrauch, organisierte Kriminalität und explosionsartiges Wachsen der Unterschicht.

An einen gemäßigten europäischen Islam glaubt Sarrazin nicht, er wäre nicht mehrheitsfähig. Dass es für die wirtschaftliche und politische Situation in der muslimischen Welt auch Gründe jenseits des Islam geben könnte, ignoriert Sarrazin. Kolonialzeit, Ausbeutung und Unterdrückung eines ganzen Kontinentes? Schnee von gestern. Wir haben uns unseren Wohlstand aus eigener Kraft aufgebaut und schulden niemanden etwas, ist Sarrazin sicher.




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Schlagwörter

Islam, Thilo Sarrazin

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-29 16:11:51
Letzte Änderung am 2018-08-30 12:23:56


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