• vom 17.03.2016, 00:00 Uhr

Museum

Update: 03.04.2016, 21:13 Uhr

Museumsstücke

Nomade des Seins




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Von Johann Werfring

  • Im Wiener Jazzclub Porgy & Bess ist derzeit eine Auswahl der fantastischen Musikinstrumente des Multitalents Hans Tschiritsch zu bestaunen.

Hans Tschiritsch erfreut die Schauspielerin Elisa Ueberschär (hier in einem Kleid der bekannten Wiener Dichterin Elfriede Gerstl aus den 1940er Jahren) im Porgy & Bess durch Betätigung der Kurbel auf dem Klangbett mit einer Klangmassage. - © Johann Werfring

Hans Tschiritsch erfreut die Schauspielerin Elisa Ueberschär (hier in einem Kleid der bekannten Wiener Dichterin Elfriede Gerstl aus den 1940er Jahren) im Porgy & Bess durch Betätigung der Kurbel auf dem Klangbett mit einer Klangmassage. © Johann Werfring

Warum der Wiener Musiker, Komponist und Erfinder zahlreicher Musikinstrumente Hans Tschiritsch in Österreich noch immer nicht zu überregionaler Berühmtheit gelangt ist, erscheint rätselhaft. Es mag dies nicht nur an dessen bescheidenem Naturell liegen, sondern auch daran, dass der kreative Freigeist jegliche Anbiederung an Institutionen und Medien stets abgelehnt hat.

Information

Lauschangriff
Lauschobjekte zum Angreifen

Porgy & Bess
1010 Wien, Riemergasse 11
Tägl. 16–22 Uhr
bis 30. März 2016
www.tschiritsch.com


Wie ich mich im vergangenen Jahrzehnt mehrfach überzeugen konnte, lösten seine Auftritte, die er zusammen mit hochrangigen Musikerkollegen zuhauf absolvierte, allerorten große Begeisterung aus. In der Wiener Musikszene, insbesondere in Jazzkreisen, ist der talentierte Multi-Instrumentalist weithin ein Begriff.

Tschiritschs große Passion ist die Obertonmusik, die er in Gesangskursen auch Laien und Fortgeschrittenen vermittelt. Was ihn an der Obertonmusik fasziniert, sind die mannigfaltigen Entdeckungsmöglichkeiten im Bereich der Klangfarben. Diesen ist er mit einer ganzen Palette an selbst erfundenen Oberton-Musikinstrumenten auf der Spur. Zu seinen Erfindungen zählen etwa eine zylinderartige Hutgeige, eine luftpumpenartige "Heisere Lunge", eine Badewannen-Drehleier, eine Wehmutswalze, diverse Klangpropeller oder eine Trichtergeige. Sämtliche Obertonerfindungen eignen sich auch dazu, im Ensemble mit konventionellen Musikinstrumenten zusammenzuklingen.

Hans Tschiritsch mit Zwitscheridoo, im Vordergrund die Badewannen-Drehleier.

Hans Tschiritsch mit Zwitscheridoo, im Vordergrund die Badewannen-Drehleier.© Johann Werfring Hans Tschiritsch mit Zwitscheridoo, im Vordergrund die Badewannen-Drehleier.© Johann Werfring



Über all seine wundersamen Obertonkreationen hinaus beherrscht Tschiritsch auch noch jede Menge herkömmliche Musikinstrumente. Bei dem hier abgebildeten Klangbett überträgt sich der Klang spürbar auf den ganzen Körper der darauf liegenden Person. Auch dieses Instrument ist für konzertante Auftritte im Zusammenspiel mit allen möglichen anderen Musikinstrumenten geeignet.

In den kommenden Monaten wird Hans Tschiritsch, der "Nomade des Seins", wie er sich selbst bezeichnet, gemeinsam mit Musikerkollegen in Wien eine Reihe von Konzerten geben.

Info: www.tschiritsch.com

Print-Artikel erschienen am 17. März 2016
in der Kolumne "Museumsstücke"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "ProgrammPunkte", S. 7





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Dokument erstellt am 2016-03-14 11:59:06
Letzte Änderung am 2016-04-03 21:13:56


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