Das zweite Album von Molly Burch zeugt von Wachstum: Ihr Vortrag ist klarer, sicherer, melodisch akzentuierter und vielseitiger geworden, was sich am stärksten beim herausragenden, ultralangsamen Abschlusssong "Every Little Thing" manifestiert. Ein weiteres Highlight spiegelt ihr gestiegenes Selbstbewusstsein sogar inhaltlich: In "To The Boys" proklamiert die Sängerin und Songwriterin aus Austin, deren Hauptagenda natürlich immer noch Beziehungsangelegenheiten sind, dass sie nicht schreien müsse, um sich durchzusetzen.

Ansonsten hat sich gegenüber der ersten LP nicht dramatisch viel geändert: Der Sound hat wieder diese anheimelnde, warme Retro-Anmutung, wie man sie seinerzeit an den Walkmen geschätzt hat, an deren Gitarristen Paul Maroon sich Burchs Kollege Dailey Toliver ein großes Vorbild genommen zu haben scheint. Wir hören Musik, die sich bei sachgemäßer Anwendung praktisch gar nicht verbrauchen kann.

Molly Burch tritt am Freitag, 23. 11., beim Blue Bird auf.