Die nach der gleichnamigen Kunstrichtung Art Brut getaufte Londoner Band rund um den ebenso arroganten wie charmanten Sänger Eddie Argos meldet sich nach sieben Jahren Pause mit ihrem fünften Album so frech, kompromisslos und erfrischend-unernst wie eh und je zurück.

Art Brut sind mit "Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!" nicht nur ihrer Vorliebe für plakative und "schreiende" Albumtitel mit zahlreichen Rufzeichen treu geblieben - "Bang Bang Rock & Roll" hieß das 2005 veröffentlichte Debütalbum, zuletzt erschien im Jahr 2011 "Brilliant! Tragic!" -, auch ihrem Einfachheit, Authentizität und rotziges Rabaukentum miteinander verknüpfenden Sound begegnet man heute erneut.

Beschriebe man Art Brut mit dem Satz "They are always different, they are always the same", läge man wohl nicht ganz falsch. Ihr Stilmix aus Indierock, Artpop und Wave/Punk funktioniert auch 2018 noch ganz prächtig. Mit roher Energie, trotzigem Habitus und einer naiven Lust am Krawall bewegt sich die Band im Fahrwasser von Acts wie The Clash, The Fall und Pulp. Zackige E-Gitarren treffen auf scheppernde Drums, während der mit der Attitüde des taktlosen Grantlers auftretende Sänger und Frontmann Argos mit seinem deklamierenden Sprechgesang seine naiven Slogans und zynischen Botschaften an die Hörerschaft bringt.

Neu sind die zwischendurch eingesetzten Bläsersätze und der Hang zu einer etwas geschliffeneren Produktion. Thematisch changieren die Songs zwischen der Aufarbeitung von Krankenhausaufenthalten, Beziehungskrisen, Schwarzfahrer-Erlebnissen und der Feier jeder Form von Hedonismus. Die Band hat sich ihre Frische grundsätzlich erhalten, leider aber verliert das Album zwischendurch an Witz und Schwung. Auch wäre weniger hier zweifellos mehr gewesen und Art Brut mit nur sechs statt zwölf Songs eine EP ohne Makel gelungen.

So hat das Album doch einige Längen und manche Songs sind nur ein Abklatsch von vorangegangenen Großtaten der Band. Anspieltipps: der Titelsong, "Hospital!", "Schwarzfahrer", "Your Enemies Are My Enemies Too".