Dem Vernehmen nach hätte Hans Platzgumer die Musik beinahe aufgegeben. Irgendwie wurde der Tausendsassa zwischen den Stilen und Disziplinen, der sich außerdem ein Standbein als Schriftsteller erarbeitet hat, über die Erfindung einer für das Endergebnis jetzt gar nicht so wichtigen Kunstfigur namens Colin Holst dann aber doch wieder für ein neues Album inspiriert. Haupt- und Tatsache: Mit dem sechsten Streich seines Projekts Convertible läuft der bald 50-jährige gebürtige Innsbrucker mit New-York-Vergangenheit wieder zur Hochform auf und setzt sich nach den überwiegend akustisch gehaltenen Vorgängerwerken auch wieder unter Strom. Wir hören gerne verschleppte, um soulfulle Bläsersätze erweiterte und auf den Punkt geschriebene Songs, deren Drang ins zart patinierte Classic-Rock-Fach man dem Mann nach Anfängen im Punk und Zwischenstopps mit Laptop so einst nicht zugetraut hätte.

Zwischen dem protestsongtauglichen "The March" und dem als Ausreißer gereichten Ambient-Jazz von "Free" gibt es mit dem knackig-beschwingten "Sandy Beaches" auch mindestens einen sehr hartnäckigen Ohrwurm. Dass "Holst Gate" 31 Jahre nach Platzgumers Solodebüt "Tod der CD!" noch immer auf einer Nämlichen erscheint, fällt dazu in die Rubrik Ironie der Geschichte.