Nachdem er zuletzt unter seinem angestammten Namen ein anspielungsreiches, in regionalem Dialekt gesungenes Album aufgenommen hat ("Welt", 2017), tritt der gebürtige Oberösterreicher Ernst Tiefenthaler nun wieder unter seinem - musikalisch bekannteren - Projektnamen Ernesty International in (englischsprachige) Erscheinung. Und zeigt einmal mehr, wie man im an sich zur Eintönigkeit neigenden Singer/Songwriter-Genre mit einfachsten Mitteln (und Instrumentierungen) zu abwechslungreichen Ergebnissen gelangt. Dafür genügt die richtige Stimme (für die sich ein Dylan heutzutage bedanken würde) und die richtige Stimmung.

Beides schüttelt Tiefenthaler auf dem etwas potschert "but now the demagogues won" benannten neuen Album locker aus Hals und Handgelenk. Es geht darauf weniger um die Zustandsbeschreibung einer aus dem Gleichgewicht geratenen politischen Welt als vielmehr um die kleinen privatimen Ereignisse mitten darin. Das verleitet beim Hinhören auch mehr zum Ohrenspitzen als zum Fäusteballen.