Schon ungewöhnlich für ein Jazz-Album: Johannes Berauer hat diese CD herausgebracht, ist darauf aber nicht selbst zu hören. Es handelt sich aber auch um eine Fusion aus Kammermusik und Jazz. Berauer, österreichischer Pianist und Komponist, hat die Noten gesetzt, Kollegen wie Akkordeonist Christian Bakanic, Geiger Johannes Dickbauer und Pianist Omer Klein führen sie aus.

Dabei bereiten ihnen die Stücke eine dankbare Bühne - nicht nur, weil es auch einige Improvisationsfenster zu füllen gilt. Berauers Werke sind in einem milden, manchmal fast filmmusikalischen Ton gehalten, sie bannen das Ohr mit charmanten Melodien und reizvollen Grooves. Dabei bestechen vor allem einige fein ziselierte Passagen: Sie fransen hier und da ins Freitonale aus und schlagen einen Tonfall zwischen Sanftmut und dosierter Herbheit an, der an Chick Coreas "Lyric Suite for Sextet" aus dem Jahr 1983 erinnert.