Eine kurze Kulturgeschichte seiner Albumcover legt nahe, dass der Mann eine Vorliebe für Frauen und Schusswaffen hat. Erstere spiegelte sich nicht nur auf seinem 2009 veröffentlichten Album "All Dressed Up And Smelling Of Strangers" mit Neuinterpretationen etwa des alten Schwerenöters Leonard Cohen ("Suzanne"). Zweiteres ist wahrscheinlich seiner Herkunft aus Texas geschuldet und bringt uns in Erinnerung, dass Micah P. Hinson auch reichlich verstrahlte Interviews geben kann, in denen er Barack Obama schon einmal als "Mörder des amerikanischen Traums" bezeichnet.

Edelballaden

Musikalisch ist der bald 38-jährige Songwriter mit der zu seinen Genres passenden Grummelstimme allerdings außer ein Geheimtipp immer auch eine Empfehlung geblieben. Vom Debütalbum "Micah P. Hinson And The Gospel Of Progress" über tolle Arbeiten wie ". . . And The Pioneer Saboteurs" von 2010 bis zur Live-Werksichtung "At The British Broadcasting Corporation" ging dabei zwischen klassischer gehaltenem Country, raumergreifenden Sperrstundensongs mit Twanggitarre und Edelballaden der Marke Lambchop immer recht viel. Bei allem gerne gegebenen Männersentiment mit Songs zum Ins-Bier-Weinen muss man sich Micah P. Hinson also eher nicht als One-Trick-Pony vorstellen.


Im Wiener Chelsea kann man sich diesen Freitag nicht nur davon überzeugen, dass auf dem aktuellen Album "When I Shoot At You With Arrows, I Will Shoot To Destroy You" auch aufgedrehte E-Gitarren erlaubt sind, sondern mit Stücken wie "My Blood Will Call Out To You From The Ground" oder "The Skulls Of Christ" auch wieder die Endzeit regiert. Immerhin wurden die sieben neuen Songs im Werkverbund als Micah P. Hinson And The Musicians Of The Apocalypse eingespielt.