Cass McCombs gilt aufgrund seiner Wertschätzung unter Kollegen und Kritikern als sogenannter "Musician’s musician". Trotzdem fand er nie die ihm gebührende kommerzielle Akzeptanz. Auch sein neuntes Studioalbum, "Tip Of The Sphere", dürfte daran nichts ändern. Zu wenig glatt poliert ist seine Musik, zu fordernd seine Kunst der textlichen Andeutung - "Botschaften" erschließen sich, wenn überhaupt, zwischen den Zeilen -, und zu sprunghaft changiert der Multiinstrumentalist zwischen den Polen Folk, Blues, Alternative Rock und Americana. Wie Mark Kozelek eilt auch Cass McCombs der Ruf eines unnahbaren Griesgrams voraus, was die Sache mit der Akzeptanz noch schwieriger macht.

Dabei überzeugen die elf neuen Songs - manche mit veritabler Überlänge - in ihrer Balance aus Gefühl und Nachdenklichkeit, die der exzellente Songschreiber noch mit mehr als einer Prise Unbehagen, Wut und Zorn auflädt. Als "unaufdringlich brillant" bezeichnete die Radiolegende John Peel die Musik des Kaliforniers einmal. Songs wie "Absentee" oder "Rounder" bestätigen diesen Befund.