Wien. Seit das Internet aufkam, ist der Tonträgermarkt zwar um die Hälfte geschrumpft. 2018 hat er in Österreich aber erstmals wieder einen Hauch von Aufwind gespürt, und das lässt die leidgeprüfte Branche jubeln. Das Jahr werde "in die Geschichtsbücher" eingehen, glaubt Dietmar Lienbacher, Präsident des österreichischen Arms der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry). Der Umsatz ist von 145,4 auf 153,3 Millionen Euro emporgeklettert.

Dabei hat das digitale Segment erstmals die physischen Tonträger überholt. Letztere kamen auf 54,9 Millionen Euro; 62,5 Millionen erwirtschaftete dagegen der Online-Bereich. Hier war das Streaming mit 51,6 Millionen Euro für das Gros zuständig; auf die Downloads entfielen 10,9 Millionen Euro, was einem Minus von 19,1 Prozent entspricht. "Beim Streaming hat sich der Umsatz seit 2016 beinahe verdreifacht", sagt Cornelius Ballin, Chef von Universal Music Austria; die Hoffnung lebe, dass diese Steigerungsraten weiterzuführen seien. Potenzial sei vorhanden: Der Löwenanteil des Publikums nutze erst die Gratis-Version von Streaming-Diensten; die kostenpflichtigen Premium-Abos, die für den Großteil der Einnahmen verantwortlich zeichnen, seien noch in der Minderheit. Ballin: "Es liegt natürlich auch im Interesse der Dienste, die Überführung hin zu den Premium-Abos zu steigern, es ist aber auch eine Gratwanderung."

CD bleibt wichtiger Faktor

Obwohl totgesagt, ist die CD weiterhin ein Faktor: Sie verzeichnete einen Umsatz von 43,4 Millionen Euro und ist damit nun das zweitstärkste Format hinter dem Streaming. Schallplatten spielen eine kleine, aber konstante Nebenrolle: Sie brachten es 2018, ebenso wie im Jahr davor, auf 7,8 Millionen Euro. Weitere Umsätze lukriert der Markt mit Lizenzeinnahmen und Merchandising.