"Ehrt eure deutschen Meister, dann bannt ihr gute Geister", heißt es bei Richard Wagner. Der heimische Trompeter Simon Plötzeneder zollt lieber Größen aus Übersee Tribut, und er gelangt so zu stilvollen Resultaten: Dem Oberösterreicher, Jahrgang 1987, scheint es vor allem der Cool Jazz angetan zu haben. Sein Quartett-Album, bereits im Vorjahr fertig (und vor wenigen Tagen im Porgy & Bess vorgestellt), charmiert mit warmem Trompetenklang und wohligen Eigenkompositionen.

Wer Jazz mit Stress gleichsetzt, hat hier nichts zu meckern. Erfreulich, dass Plötzeneder aber manchmal auch schnittigere Töne anschlägt, wie bei dem beboppigen "145th & St. Nick’s Blues".