Dieses Album könnte auch Quizfreunden gefallen. Einfach CD einlegen, Titelliste verdecken und losraten: Und, welcher Popsong war das jetzt? Der Jazzpianist Uli Datler und sein Quintett spielen Lieder von Sting, diese aber nicht wirklich nach. Der Gesang fehlt, und die Arrangements sind massiv verändert. Das beginnt schon beim ersten Track: Verkleidet mit Rätselakkorden und einer quirligen Bassfigur, tritt "Every Breath You Take" nahezu inkognito auf. Eine kniffelige Kopfnuss ist auch "She’s Too Good For Me": Nur ein paar Melodiesplitter liefern Hinweise auf das (nicht sehr bekannte) Original, und sie sind in ein fremdes Groove-Umfeld gebettet. Manchmal macht es Datler dem Hörer aber auch leicht: "Seven Days", ein Sting-Ohrwurm im fluffigen Fünfer-Takt, präsentiert sich weitgehend werktreu, ebenso "Roxanne", die als Ballade mit rotlichterndem Saxofon auftritt.

Die Vorzüge dieses Albums, auf dem es gern swingt und groovt: Es beweist Geschmack bei der Songauswahl und den Arrangements; der Großteil der Neufassungen ist geschliffen und geistreich geraten. Nur hapert es hier und da am Nachdruck. Manches Solo leidet an einer Art Intensitätsdeckelung, und das Cover von "Synchronicity" bleibt dem Original einiges an Schubkraft schuldig. Dennoch eine hübsche Huldigung, die das Wohlgefallen des (jazzaffinen) Widmungsträgers finden könnte.