Zunächst scheint es nicht mehr als frisch-fröhlich pubertär hämmernder, clever arrangierter Pop-Rock zu sein. Doch spätestens beim dritten Song ergreift einen der Schwindel, was Österreichs meistgehypte Band seit eh schon wissen aus dem Köcher holen kann: das hämmernde Klavier in "Kannst du noch?", das urplötzlich den Charakter eines jazzigen Interludiums annimmt; den cool zerdehnten Melodieteil und den irrwitzigen Einsatz von RKTOR BU$T in "Du wirst schauen, was noch alles Rap sein wird" (fürwahr!) - oder die melodische Eleganz von "22703". Der musikalische Irrwitz findet seinen Spiegel auf der inhaltlichen Ebene, wenn sich in Texte über jugendliches Sehnen ein Leichtkraftflugzeugschein, der Dramatiker Lessing oder "Menschen wie Kometen auf Betriebsausflug" mischen. Dieses "Anything goes" ist die große Stärke und kleine Schwäche der Platte zugleich. Es zeigt zum einen, dass das Trio wirklich keine Grenzen kennt. Zum anderen hätte etwas mehr Fokus auch nicht geschadet.