Joshua Redman eilt der Ruf voraus, einer der vorzüglichsten Tenor-Saxofonisten seiner Generation zu sein. Nach dem Genuss seines neuen Quartett-Albums ist dem nicht nur zuzustimmen: Der 50-Jährige aus Kalifornien ist obendrein ein findiger Notenschreiber. Die sieben Instrumental-Nummern, alle aus eigener Feder und im Mainstream-Jazz angesiedelt, besitzen durch die Bank eine markante Note. Der Opener ("Circle of Life") gewinnt einen schon durch den federnden Puls der Klavierakkorde zu Beginn, "How We Do" überzeugt mit einem Groove, der sich brillant steigert und von vertrackten Synkopen gewürzt wird - und dem Pu-blikum live den Beifall aus den Händen reißen dürfte.

Diese Überzeugungskraft ist natürlich auch Redmans Spiel zu danken: Seine flinken Solo-Linien kringeln sich selbst über schrägen Schachtelrhythmen ("DGAF") mit einer Eleganz und Entspanntheit, die ihresgleichen suchen; in Balladen verströmt sein Ton Klangschönheit mit einer zarten Rauchnote und einer Aura von Substanz. Auch Pianist Aaron Goldberg glänzt mit virtuosem Spielwitz über den Rhythmen von Reuben Rogers (Bass) und Gregory Hutchinson (Schlagzeug). Kurz gesagt: ein Album, das keinen Wunsch offenlässt.