Wunderbar, er ist ein großer Jazzliebhaber. Er wählte die Songs aus. Mein Part dabei war, dramaturgisch gesehen, der griechische Chor aus der Antike als moralische Instanz der Tragödie. Es war eine super Gelegenheit, die Lieder der späten 40er und frühen 50er zu singen und mich zu kleiden wie die großartigen Sängerinnen dieser Zeit. Es war für mich ein Tribut an die Geschichte des Jazz. Besonders glücklich machte es mich, dass ich live und nicht Playback singen durfte. Außerdem mochte ich diese Zweideutigkeit: ein Liebeslied wie "I’ve Got My Eye On You" zu singen und dabei anzudeuten, dass es sich um das FBI handelt.

Hatten Sie als Frau Probleme, sich bei den Musikern durchzusetzen?

Erstaunlicherweise eher bei jüngeren als älteren Musikern. Für sie war es manchmal hart, mich zu akzeptieren. Wenn ich ihre Skepsis bemerkte, fing ich erst einmal an, sie mit komplizierten Arrangements zu konfrontieren. Danach war meist die Luft raus.

Dianne Reeves, 29. April, 19.30 Uhr Wiener Konzerthaus

CDs "Light Up The Night - Live In Marciac", "Beautiful Life"

(Concord Records)