Es ist ein Jammer mit dem Cello. Trotz allem Facettenreichtum: In der Popwelt spielt es immer die gleiche Leier. Dann trieft der Kitsch, fließt das Schmalz, melkt ein näselnder Tonfall die Tränendrüse. Muss es sein? Muss es nicht, beweisen BartolomeyBittmann: Das Duo besteht aus zwei Österreichern mit den Vornamen Matthias und Klemens, verbunden durch unbändige Spiellust in einem entgrenzten Klangraum.

Obwohl an klassischen Instrumenten tätig - Cello beziehungsweise Geige und Mandola -, beackern BartolomeyBittmann ein weites Feld: Ihre Kammermusik scheut weder Jazz- noch Popbezüge, meidet auch den rauen Boden des Heavy Metal nicht. Dann brennen die Bögen, bummtschackert das Cello, und es schraubt sich dieser Viersaiter mit Schleifern in jubelnde Solohöhen empor.

Dieses Duo ist auch der Kontemplation zugeneigt. Das zeitigt pastellartige Porträts wie "Glockenturm", mit findiger Hand komponiert wie überhaupt die erste CD-Hälfte. Danach stellt sich zwar hie und da leichter Substanzverlust ein, bieten sich Vergleiche zu einem atmosphärischen Soundtrack an. Dennoch: Die abwechslungsreichen Stücke beweisen gestalterische Intelligenz und bei allen Stilwechseln doch Stil. Während andere Crossover-Gruppen brutal die Genrezäune niederreißen, schlüpft diese Musik mit innerer Stimmigkeit hindurch: Chapeau.