Nachdem Frontfrau Adrianne Lenker und Gitarrist Buck Meek im Vorjahr mit ihren Soloalben zu gefallen wussten, legen die beiden nun mit ihrer Stammband Big Thief ihr drittes Studioalbum vor, das mit seiner fragilen Schönheit und transzendierenden Qualität beeindruckt.

Die zwölf Songs von "U.F.O.F." wurden live eingespielt und atmen den Geist von romantischer Ursprünglichkeit, mystischer Spiritualität und einem Hauch von hippiesker Esoterik. Das abermals von Dom Monks produzierte Album überzeugt mit songschreiberischer Sensibilität und Intelligenz und gefällt in seiner organischen Verknüpfung von Intimität und Prägnanz. Die introspektiv-enigmatischen, von Adrianne Lenker mit filigran-sanfter und doch eindringlichakzentuierter Stimme interpretierten Songs evozieren eine tiefenentspannte und zugleich aufgeladene Atmosphäre.

Trotz ihrer düsteren Grundierung vermögen diese Songs Trost zu spenden, und manchen gelingt es auch, im Hörer den Zustand einer fast schwerelosen Leichtigkeit zu evozieren. "U.F.O.F.", das auf das selbstbewusst betitelte Debütalbum "Masterpiece" von 2016 und "Capacity" (2017) folgt, schafft es in seinen besten Momenten, jegliche Genregrenzen zu durchbrechen. Alles fließt meditativmäandernd vor sich hin, fragile Balladen von berückender Schönheit werden von düsterromantischen musikalischen Meditationen abgelöst; Slowcore, Folkrock, Kammerpop und Americana ergänzen einander in harmonischer Ausgewogenheit.

Die akustische Gitarre und ein dezent eingesetztes Schlagzeug prägen neben der unverwechselbaren Stimme Lenkers das Klangbild der Songs. Das Quartett aus New York kommt der zerbrechlichen Ursprünglichkeit mancher Folk-Alben der 60er und 70er Jahre damit sehr nahe, ohne allerdings je wie eine seelenlose Vintage-Rekonstruktion zu klingen.

Big Thief haben ihre immer schon eigenwillige Melange also noch einmal verfeinert und perfektioniert. Anspieltipps: "Century", "Cattails", "Jenni" und der Titelsong des Albums.