Bereits auf dem Vorgänger "City Music" klopfte Kevin Morby an die Himmelspforte. Warum dann nicht gleich ein ganzes Album Gott widmen? Freilich ist damit nicht zwingend ein bestimmter Gott gemeint, geht es in den Songs doch auch um die alltäglichen Spuren des Religiösen, schließlich kann ein Atheist ebenso "Oh mein Gott" staunen wie ein Agnostiker "Grüß Gott" wünschen kann.

Zu Beginn der Pilgerschaft wird Gott ein Bluesteppich ausgerollt, der in überirdische Sphären führt. Morby wird auf seiner spirituellen Reise von Bläsern, psychedelischen Orgelklängen und einem Chor begleitet, der etwaigen Engelschören an besagter Pforte vorgreift. Von der Versuchung durch sieben Teufel erfahren wir ebenso wie von einer Huldigung an die Heilige Jungfrau Maria, wobei der Texaner während seiner Liturgie mit einnehmenden, teils verschachtelten Melodien besticht. Und wenn Morby "Sorry for poisoning you with my song / I am sorry now, but I won’t be sorry long" intoniert (in "Nothing Sacred/All Things Wild"), so grüßt ein Barde von seiner Himmelsleiter und ruft: "Hallelujah!"