Die neuseeländische Singer-Songwriterin Aldous Harding beweist mit ihrem dritten Album, "Designer", nicht nur, dass sie zu den talentiertesten Folkstimmen der Gegenwart zählt - die Tochter der Folksängerin Lorena Harding ist auch eine der wandelbarsten und exaltiertesten Vertreterinnen dieses Genres. Überzeugten ihre ersten beiden Alben, "Aldous Harding" (2014) und "Party" (2017), mit in Moll-Tönen gehaltenem, gespenstisch-düsterem Klangbild, so werden aktuell Existenz- und Bindungsängste und Themen wie Liebe, Geburt und Tod elegant in Dur vertont.

Produzent John Parish setzt auf weniger Elektronik und lässt Gitarre, dezentem Schlagzeug und Klavier viel Raum zur Entfaltung. Auch wenn manche der Texte von David Lynch inspiriert zu sein scheinen, dominiert ein eingängiger Ton. Aldous Harding klingt jetzt hell, leicht, hoffnungsvoll und beschwingt. Und wenn man Feist, Donovan und Talk Talk als Referenzgrößen nennt, liegt man wohl richtig.

Streicherklänge, Flöte und Fagott verleihen dem geschmeidigen Sound einen dezent extravaganten Touch, und die Stimme von Frau Harding bringt die Songs so richtig zum Leuchten. Anspieltipps: "Treasure", "The Barrel", "Zoo Eyes".