Berühmt berüchtigtes nachtleben Tel Avivs: Für den Eurovision Song Contest wird Partyvolk aus aller Welt erwartet. - © Manuel Meyer
Berühmt berüchtigtes nachtleben Tel Avivs: Für den Eurovision Song Contest wird Partyvolk aus aller Welt erwartet. - © Manuel Meyer

Tel Aviv. Von den jüngsten Spannungen im Nahost-Konflikt spürt man in Tel Aviv kaum etwas. Kampfjets patrouillieren am Himmel, seitdem radikalislamische Gruppen und die militante Palästinenserorganisation Hamas vergangene Woche vom Gazastreifen aus hunderte von Raketen auf Israel abfeuerten. Doch Israels Mittelmeermetropole ist derzeit ganz mit sich selbst beschäftigt, befindet sich im musikalisch-kulturellen Ausnahmezustand, im ultimativen Partyrausch. Denn ab dem heutigen Dienstag startet hier mit dem ersten Halbfinale der 64. Eurovision Song Contest.

Die Vorbereitungen laufen seit Wochen auf Hochtouren. Immerhin handelt es sich um das globale Musikspektakel schlechthin. Mit mehr als 200 Millionen TV-Zuschauern ist es der weltweit größte TV-Event überhaupt. Delegationen und Fans aus 41 Ländern sind zum Musikwettbewerb angereist. Mit dabei auch Paenda, die am Donnerstag im zweiten Halbfinale mit "Limits" für Österreich an den Start geht.

Paenda geht mit Ballade für Österreich an den Start

Die Ballade kritisiert den Druck, den jeder in der Gesellschaft verspüre, erklärt Gabriela Horn, so Paendas bürgerlicher Name, in Interviews. Die 31-jährige Musikerin aus der Steiermark will sich beim ESC-Wettbewerb selbst auch keinen Druck machen. Selbst wenn Cesar Sampson, der Österreich beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon vertrat, mit seinem Soul-Song "Nobody But You" den dritten Platz belegte und die Latte ziemlich hochlegte.

Paenda will einfach den Moment genießen. Doch das diesjährige Motto lautet "Dare to dream" - "Wage zu träumen"! Und natürlich träumt auch die in Wien lebende Sängerin mit ihren blauen Haaren und ihrer zart-zerbrechlichen Stimme vom Einzug ins Finale. Immerhin werden am Samstag weltweit Millionen Menschen die Show live am Fernseher verfolgen. In der Pause tritt sogar Pop-Queen Madonna auf. Die israelische ESC-Vorjahressiegerin Netta Barzilai stellt ihren brandneuen "Nana Banana"-Song vor.

Auch tausende ESC-Fans wünschen sich wohl, live dabei zu sein. Doch ins Convention Center im Norden von Tel Aviv passen nur 7500 Besucher. Und die Tickets sind mit bis zu 400 Euro verdammt teuer. "Aber das ist nicht weiter schlimm, denn in Tel Aviv erwartet die ESC-Besucher eine der heißesten Partyhochburgen der Welt. Das wird der absolute Wahnsinn", verspricht Lil’Ad, während er ein israelisches Goldstar-Bier nach dem anderen zapft.

Mix aus Dancefloor, Biergarten, Designshop, Bar und Kino