Graz. Phil Collins hat knapp zwei Wochen vor seinem Auftritt im Wiener Ernst Happel-Stadion am Mittwoch der steirischen Landeshauptstadt Graz einen Kurzbesuch abgestattet. Anlass für die Stippvisite des Weltstars war die offizielle Verleihung des Ehrendoktorats der Kunstuniversität Graz (KUG) durch das Institut für Jazz.

Der 68-Jährige stellte sich am Nachmittag fast zwei Stunden lang einem geschlossenen Publikum aus Studenten, Professoren, Musikern und einigen Vertretern der Medien und beantwortete Fragen über sein Leben und seine Karriere als vielseitiger Schlagzeuger, Sänger, Songwriter und Arrangeur. Das Podium mit dem prominenten Gast leiteten Andre Doehring vom Institut für Jazzforschung und Edward Partyka, Institutsvorstand der Jazzabteilung.

Collins, seit einem komplizierten Knochenbruch gehbehindert, kam mit Stock auf die Bühne des Theaters im Palais der KUG und erntete sofort tosenden Applaus. Der ehemalige Genesis-Frontman plauderte in der Folge aus seinem reichhaltigen Nähkästchen, darunter sein Geständnis, keine Noten lesen zu können, seine intuitive Art, Songs zu schreiben und seine Bewunderung insbesondere für etablierte Jazz-Musiker wie Quincy Jones, Buddy Rich, Ron Carter oder Stan Getz.

Galakonzert mit Collins-Songs

Viele der Anekdoten, die er über seine Karriere erzählte, finden sich in seiner 2016 auch auf Deutsch erschienenen Autobiografie "Not Dead Yet" (deutscher Titel: Da kommt noch was", Anm.). Unter diesem Motto läuft auch die aktuelle Tournee, deren kommender Europa-Abschnitt am 2. Juni in Österreich startet.

Die Verleihungszeremonie für die Ehrenkotorwürde war für 21.00 Uhr angesetzt. Davor, ebenfalls in Form einer geschlossenen Veranstaltung, stand eine Art Galakonzert des KUG-Jazzorchesters und der Bläsersektion von Collins' aktueller Tourneeband, der auch der seit Herbst als Professor an der KUG arbeitende Posaunist Luis Bonilla angehört, auf dem Programm.

Das Konzertprogramm bestand vor allem aus der Setlist der zweiten Bigband-Tournee von Collins aus dem Jahr 1998, darunter einige Neuarrangements von Genesis-Stücken und Solokompositionen, wie "That's All" und "In The Air Tonight". (apa)