Der in Louisiana geborene Singer-Songwriter Dylan LeBlanc blieb hierzulande trotz guter Kritiken für sein 2016 veröffentlichtes Album "Cautionary Tale" bisher weitgehend unbekannt. Ob der nun vorliegende Nachfolger "Renegade" daran etwas ändern wird? LeBlancs Popentwurf bleibt musikalisch wertkonservativ und die zehn Songs auf dem von Dave Cobb produzierten Album bewegen sich stimmungsvoll und ausbalanciert im Terrain zwischen milder Beschaulichkeit und beschwingter Harmonieseligkeit.

Innovationswert hat das alles sehr wenig - aber diese Musik schwelgt so unverhohlen in melancholischer Schönheit, badet selbstvergessen in hippiesken Wohlfühl-Träumen und lässt zeitweilig bukolische Rührseligkeit anklingen, dass einem das Herz aufgeht. Dylan LeBlanc hat nicht nur den Neil Young in sich wiederbelebt, er hat auch den Tom Petty in sich entdeckt und verdichtet und veredelt ein Album lang seinen gediegenen Mix aus Folk, Americana und Alternative Country. Zuweilen würde man sich aber wünschen, dass der Mann seinem Sound auch einmal die Sporen gibt.