Hot Chip, die Band, die Intelligenz und Pop auf den Dancefloor gebracht hat, ist mit einem neuen Longplayer zurück. Er enthält etliche recht schöne Songs, wie das erotisch angehauchte "Spell" oder den Titelsong, und weist stärkere House- und Soul-Einflüsse als die bisherigen Alben der Briten auf.

Alles ist hier konzentriert: die Rhythmen, die anheimelnden Melodien und die mit Tonnen von Synthesizern und elektronischen Gerätschaften bestellte klangliche Raumausstattung. Keine Bläser, keine Streicher, kaum Gitarren überladen den Sound - ist dies also eine Art Back-to-the-roots-Projekt? "Ja", antwortet Songwriter und Falsett-Vorzugsschüler Alexis Taylor im E-Mail-Interview mit der "Wiener Zeitung": "Es sind zwar schätzungsweise auf sieben der neun Tracks Gitarren dabei, aber die kommen im Mix vielleicht nicht so prominent heraus."

Der LP-Titel "A Bath Full Of Ecstasy" indiziert Lebenslust, Überschwang; Taylor definiert ihn allerdings eher spirituell: "Der Titel handelt vom Aufgehen in einem transzendenten Moment." Die Inhalte dieses siebenten Albums der Band scheinen, oberflächlich resümiert, um nichts als Liebeslust und -leid zu kreisen, doch Taylor benennt noch viele andere Aspekte: "Ausbrechen aus Suchtgewohnheiten, Obsessionen, Positivität; die Kraft, die Musik und das Zusammensein mit anderen Leuten vermitteln."

Im Unterschied zum zweiten Hot-Chip-Mastermind Joe Goddard, der sich auch solistisch bisher kaum aus den Fahrwassern des Mutterschiffs bewegt hat, scheint sich Taylor mit seinen zwischen Pop, Introspektive und Experiment angesiedelten Soloalben sowie mit seiner About Group weit aus diesen entfernt zu haben. "Nein, da gibt es viele Überschneidungen", widerspricht er überraschend.

Ob es Stile gibt, die er mit Hot Chip nicht realisieren kann? "Ich versuche immer wieder, mehr Reggae-Einflüsse durchzusetzen - und scheitere."

Welche Musik er nicht spielen kann oder will? "Ich mag Britpop nicht, kann mangels entsprechender Fähigkeiten keine Musik aus der klassischen, barocken und romantischen Ära machen und habe eine Aversion gegen zu niedliche Indie-Musik."