Nickelsdorf. Nova-Rock-Intendant Ewald Tatar hat den seinen Angaben zufolge 220.000 Fans beim diesjährigen Nova Rock seinen Respekt gezollt: "Hut ab", sagte er über jene durchaus beachtliche Schar, die schon ab dem frühen Nachmittag vor den beiden großen Bühnen stand. Auf diesen beschlossen am Sonntag "Die Ärzte" und "Within Temptation" die 15. Auflage der Veranstaltung.

Nachdem die laut Prognose möglichen schweren Gewitter Nickelsdorf nicht erreicht haben, atmete Tatar auf: "Es war natürlich heiß, aber ich nehme lieber dieses Wetter als vier Tage Dauerregen."

Auch sonst wirkte der Burgenländer zufrieden: "Meinen Besuchern hat das Festival gefallen. Ich hatte gerade ein Meeting mit dem Nova Rock Forum, das aus 30 bis 50 langjährigen Besuchern besteht. "Von denen erhalte ich immer viel Feedback - auch Negatives, wenn es etwas zu beanstanden gibt. Bis auf ein paar Kleinigkeiten gab es von dieser Seite diesmal keine Kritik. Das ist ein gutes Zeichen."

Schwierige Programmgestaltung

Ein paar verärgerte Stimmen waren allerdings wegen der Programmierung der Headliner laut geworden. "Leider gibt es diese Genre-Unterschiede nicht mehr so stark, mittlerweile ist alles eine Grauzone", so Tatar. "Manche wollten sowohl ‚Die Toten Hosen‘ als auch ‚In Flames‘ sehen, andere hätten gerne sowohl ‚Slipknot‘ als auch ‚Sum 41‘ miterlebt. Irgendwo geht es halt nicht, es wird immer etwas zusammentreffen, was jemandem nicht so taugt."

Auch wenn das harte Programm wesentlich mehr Zulauf hatte, kamen die Alternativen bei nicht wenigen Besuchern gut an. "Musikalische Farbtupfen wie ‚Smashing Pumpkins‘ oder ‚The Cure‘ sind extrem wichtig", meinte Tatar. Musikalische Ausreißer seien aber nicht nur am Abend von Bedeutung: "So blöd das vielleicht klingt, aber ein Festival braucht auch Durchhänger. Eine Festival kann nicht mit Full-Power über 14 Stunden dahinblasen."

Dass die Besucher in den letzten Atemzügen der diesjährigen Ausgabe noch Kraft haben, hoffte Sharon den Adel, Sängerin von "Within Temptation". Als allerletzte Band auf einer Festivalbühne aufzutreten, sei "eine Ehre", aber auch "eine Herausforderung". "Es kommen so viele Einflüsse zusammen, die man nicht beeinflussen kann, wie etwa das Wetter."

Obwohl die Temperaturen am Abschlusstag etwas zurückgingen, regierten auf den Pannonia Fields immer noch Hitze, Staub und Wind.