Unter Kritikern gehört es heute fast schon zum guten Ton, den Gegenstand ihrer Betrachtung schlechtzureden und mit großer Lust von der Bedeutungslosigkeit beziehungsweise sogar dem Tod der Rockmusik zu sprechen.

Dass ein an den traditionellen Werten des Rock ’n’ Roll orientiertes Handwerk auch im Jahr 2019 noch goldenen Boden haben kann, beweisen nun die mehrfachen Grammy-Preisträger The Black Keys mit ihrem mittlerweile neunten Studioalbum, "Let’s Rock", das am kommenden Freitag erscheint. Bereits seit dem Jahr 2001 bemüht sich diese Band um eine Wiederbelebung und Erneuerung des rumpelnden und stampfenden, Simplizität und Authentizität verknüpfenden Bluesrock auf traditioneller Basis.

Fünf Jahre nach der Veröffentlichung ihres bisher letzten Albums, "Turn Blue" - Sänger und Gitarrist Dan Auerbach hat sich seither als Solokünstler, Gastmusiker und Produzent (Lana Del Rey, Pretenders und erst vor wenigen Monaten Yola und deren famoses Album "Walk Through Fire") einen exzellenten Namen gemacht -, wird im Stammduo mit Schlagzeuger Patrick Carney nun mit einem von jedem Ballast und Beiwerk befreiten Album überrascht, das Vergangenheit und Gegenwart meisterhaft überblendet und Blues-, Garagen- und Glamrock auf schmissige Weise verknüpft. Einerseits vollkommen traditionell zu agieren und andererseits so modern zu klingen, dieses Kunststück muss den Black Keys erst einmal jemand nachmachen.

Zu zweit gelang es ihnen in Dan Auerbachs Studio, einen ursprünglichen, ungeschliffenen und doch überaus eingängigen Sound zu generieren. Auerbach und Carney erklären dazu übereinstimmend: "Das Album ist unsere Hommage an die elektrische Gitarre. Wir haben bewusst einen simplen Ansatz gewählt und aus Überzeugung alles überflüssige Beiwerk weggelassen."

Aus den zwölf Songs ragen "Lo/Hi", "Eagle Birds" und "Every Little Thing" mit ihrer perfekten Mischung aus schmissigen Grooves, schneidenden Riffs und austariertem Glamrock-Faktor noch heraus.