Das bisher kleinste mobile Gerät wurde zuletzt im Dezember präsentiert. Es handelt sich um einen winzigen Knopf, fingernagelgroß, der einem mitteilt, ob man schon zu viel UV-Licht abbekommen hat. Das konnte das erste mobile Gerät mit durchschlagendem Erfolg noch nicht. Aber in der Zeit, in der der Walkman seinen Siegeszug machte, brauchte man das auch nicht. Da brutzelte man im Freibad, bis die Haut Blasen schlug und sorgte sich nicht um Hautkrebs, sondern nur darum, ob man den angesagten Bräunegrad erwischt. Aber dafür konnte man seine Lieblingsmusik - oder seine Pumucklkassetten - mit ins Bad nehmen, ohne angeschnauzt zu werden, dass man Ruhesuchende belästigte.

Vor genau 40 Jahren wurde nämlich der erste Walkman auf den Markt gebracht und wurde recht mühelos zu einem Pionier der Mobilität. Dass es so kommen würde, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Das Gerät, das Masaru Ibuka, Mitgründer der Elektronikfirma Sony, 1978 auf seine Reisen mitnimmt, ist noch alles andere als kompakt: der tragbare Kassettenrecorder TC-D 5 mitsamt Kopfhörer wiegt 1,7 Kilo und ist größer als ein A5-Blatt. Anders die Diktiergeräte, die beispielsweise Reporter verwenden: die sind handlich, spielen aber nicht stereo ab. Das lässt Ibuka ändern: die Aufnahmefunktion kommt weg, die Stereowiedergabe kommt dazu und als Draufgabe die hässlichsten Kopfhörer der Musikgeschichte - fertig ist das Unterwegs-Produkt namens Walkman.

Miniaturisierung

Sony bewarb das Gerät mit dem Slogan "Es klingt, als würde es eine Tonne wiegen". Damit wollte man unterstreichen, dass der Sound des Walkmans (sein erster Name war übrigens sogar Soundabout) dem einer großen Anlage um nichts nachstehe. Wenn man den Slogan heute liest, denkt man sich: "Ja, es sieht auch so aus, als würde es eine Tonne wiegen." Denn die Miniaturisierung des Musikabspielrüstzeugs nahm danach noch so richtig Fahrt auf. Derzeit muss so etwas nicht größer als ein USB-Stick sein. Es muss ja auch nicht mehr eine ganze Kassette hineinpassen.

Auch wenn die Funktionalität sich gigantisch verbessert hat seit dem Walkman - Nostalgiegefühle weckt er allemal. Nicht ohne Grund taucht auch bei den 80er-retrophilen Superhelden "Guardians of the Galaxy" ein Original-Walkman auf.

Klänge, die junge Menschen heute nicht mehr kennen: das unheilvolle Rascheln, wenn das Kassettenband gefressen wird. Das geisterhafte Verlangsamen von Michael Jacksons "Thriller" -- weil die Batterie leider doch nicht mehr so voll war, wie es für eine Autofahrt von Wien nach Sommerfrische nötig gewesen wäre. Das Flappen und Klappern, das anzeigte, das jemand mit Seite A seiner Kassette fertig war und nun zu Seite B überging.