Kann Popmusik funktionieren, die Hedonismus zelebriert und gleichzeitig an das "kritische Bewusstsein" rührt? Natürlich, dafür gibt es Beispiele Ende nie - aber es ist selten so radikal durchgezogen worden wie hier. "Bipopularity" heißt denn auch die Debüt-LP der im Waldviertel geborenen Regisseurin und Performancekünstlerin Carola Schmidt alias Lulu Schmidt, "Happy And I Hate It" der erste Song darauf.

Die kühn gestylte Sängerin und Multi-Instrumentalistin demons-triert eine Affinität zu aufgewecktem Dancepop, kann sich aber kurzerhand und intensiv in Piano-Meditationen und freistilige, durch Bläser interpunktierte Passagen versenken. Im burlesken "SM (Violin Version)" wiederum kommt das Instrument, das Schmidt gelernt hat, prominent zur Geltung. Und gegen Ende lässt die Musikerin Refrains der Platte wiederkehren und über einen Breakbeat stolpern. Bemerkenswert ist, dass das Album bei aller Kunstfertigkeit, die hier keineswegs widerwillig zur Schau gestellt wird, auch Spaß macht.