"Schon wieder da: Der beliebte Kleinmut": Mit leiser Ironie nimmt sich Friedrich Sunlight der Banalität des Alltags und der Gegenwartskultur an. Die Band aus Augsburg schreibt nach ihrem titellosen Debüt aus dem Jahr 2016 mit ihrem zweiten Werk ein kleines Stück deutschsprachiger Sommermusikgeschichte. Die atmosphärische Leichtigkeit, in der die Lyrics wie auf Wolken tanzen, wird von den bereits vertrauten, doch perfektionierten Ingredienzien aus Sunshine-Pop, Sixties-Reminiszenzen und Hintergrundchor getragen. Der austarierte Sound (für den Mix ist Ian Button zu danken) ist feinsinnig auf die individuellen musikalischen Einfälle des Quintetts abgestimmt. Songs wie "Nachtbus nach Wien" oder "Kleines Haus" wirken wie aus der Zeit gefallene Stücke für die Ewigkeit.

Sänger Kenji Kitahama ist letzthin nach Schottland gezogen. Wie sich das auf die Zukunft der Band auswirken wird, bleibt abzuwarten. Doch gibt er den Hörern zum Schluss noch den Tipp: "Wenn du mich suchst, ich bin im Garten." Kein schlechter Aufenthaltsort für den Sommer.