Hof bei Salzburg.Er zählte zu den heiß ersehnten Gästen am Salzburgring: Axwell, DJ des Projekts "Swedish House Mafia". Einen Tag vor seinem Auftritt am gestrigen Freitag ließ der Schwede seinen Auftritt beim Electric Love Festival 2019 allerdings aus nicht näher bekannten Gründen platzen. Das Festival kam in Zugzwang, fand mit KSHMR aber einen mehr als ebenbürtigen Ersatz.

Tag zwei beim Electric Love Festival 2019 lief nach der fulminanten Eröffnung am Donnerstagabend mit Diplo, DJ Snake und Tiesto auf der Mainstage etwas gemütlicher an. Während der niederländische DJ und Produzent Mike Williams bei strahlendem Sonnenschein ein relaxteres Set für seine Fans vor der Mainstage auflegte, tummelten sich die Fans des etwas schnelleren "Hard Styles" bereits geballt vor der Q-Stage, die bereits zum fünften Mal in Folge Teil des Electric Love Festivals und die zweitgrößte Bühne auf dem Gelände ist. Die DJs Code Black und Coon punkteten vor allem mit Remixes von Coldplays "Yello" und "Forever Young" von Alphaville, zu denen sie ihr Publikum jeweils aufforderten, sich auch einmal gegenseitig in die Arme zu nehmen. Die Liebe beim Electric Love kam also definitiv nicht zu kurz.

Den einen oder anderen Remix streute danach auch Headhunterz in sein Set. Bei dem in seiner niederländischen Heimat nicht nur als DJ und Produzent, sondern auch als Synchronstimme von Schauspieler Zac Efron bekannten Künstler waren aber auch viel neue und eigene Tracks mit dabei. Damit avancierte der 34-Jährige unverhofft zum perfekten Einheizer für Oliver Heldens, zu dem nach dem Set einige Besucher vor die Mainstage wechselten.

Eigentlich hätte nach Oliver Heldens mit Axwell einer der heiß ersehnten Headliner des Festivals auflegen sollen. Nach dessen Absage konnte aber kurzfristig der DJ, Produzent und Songwriter KSHMR an den Salzburgring geholt werden, der damit unverhofft den Start seiner Europatournee nach Österreich verlegte und mit einer großen Bühnenanimation startete. Während einige Anime-Ausschnitte über den großen Bildschirm der Mainstage flimmerten, wurde – auf Deutsch – der Satz: "Baue eine Brücke und sie führt dich nach Kashmir", eingespielt. Dann heizte der Kalifornier eine Stunde ein und am Ende dürfte in der euphorisierten Menge niemand mehr traurig darüber gewesen sein, dass diesem Gig eine Absage voraus ging.

Die Klinke, bzw. die Turntables gab KSHMR einem Kollegen in die Hand, mit dem er jüngst einen gemeinsamen Hit veröffentlicht hat ("The People"). Timmy Trumpet startete, typisch mit verstärkter Trompete bewaffnet, mit einem Solo des Eingangsthemas von Strauss' "Also sprach Zarathustra", das er danach in ein Mashup seines Hits "Oracle" und "Eye of the Tiger" übergehen ließ. Wem nicht schon nach KSHMR heißer war, dürfte es spätestens nach diesem Set gewesen sein.(apa)