Van Morrison: Into The Music

Der kleine Ire mit der riesengroßen Stimme gehört zu den wenigen Künstlern, die kein einziges schlechtes Album veröffentlicht haben. Seit der Ex-Bluesrock-Shouter ("Gloria") in den frühen 70ern seinen Stil fand, eine Mischung aus Soul, Blues, Gospel und Folk, entwickelte er diesen mit jedem Album ein bisschen weiter, bog mal in diese, dann wieder in jene Richtung ab, ohne aber das Auto in den Straßengraben zu lenken. "Into The Music" ist ein besonders angenehmes und positives Album, das mit "Bright Side Of The Road" und "And The Healing Has Begun" zwei seiner bekanntesten und beliebtesten Songs enthält und dem man anhört, wie ernst es Morrison damit meint, Musik als spirituelle Angelegenheit zu betrachten, die das Zeug dazu hat, Traurige glücklich und Kranke gesund zu machen. "Celtic Soul" vom Feinsten.

- © Columbia, Sony
© Columbia, Sony

Bob Dylan: Slow Train Coming

1978 traf Dylan in einem Hotelzimmer nach rund 15 Jahren schweren Drogenmissbrauchs Jesus persönlich und trat einer christlichen Sekte bei. Ein Jahr später folgte mit "Slow Train Coming" das erste Album einer Trilogie an religiöser Musik. So sehr der wohl wichtigste Songwriter seiner Generation damit alte Fans und eigentlich alle nicht fanatisch religiösen Menschen vor den Kopf stieß, lässt sich doch nicht verleugnen, dass "Slow Train Coming" musikalisch sehr viel kann und die beste von Dylans Prediger-Platten ist. Kompetent unterstützt von Studiogästen wie Mark Knopfler, rückt Dylan hier in Richtung Soul und Gospel. Ironischerweise klingt der Song "Man Gave Names To All The Animals", den Dylan eigentlich als Reggae vertonen wollte, wie ein altes jüdisches Kinderlied.

AC/DC: Highway To Hell

Dumm, sexistisch, aggressiv, regressiv - all das und mehr ist dieses Album, aber es macht halt auch eine ganze Menge Spaß. So viel Spaß, dass es AC/DC zum weltweiten Durchbruch verhalf. Der Titelsong fasst die Philosophie echter Hardrocker perfekt zusammen: "Selbstzerstörung? Das ist alleine mein Bier! Oder meine 24 Bier!" Tragischerweise fiel Sänger Bon Scott genau dieser Philosophie nur ein knappes Jahr später zum Opfer, als er in London nach einer exzessiven Sauftour und womöglich auch einer Prise Heroin an seinem eigenen Erbrochenen erstickte. AC/DC starteten mit Scotts Nachfolger Brian Johnson wieder durch und wurden größer als je zuvor, aber "Highway To Hell" blieb mit seiner räudigen Krawallbruder-Attitüde eines der stilprägenden Alben des Genres.