McCartney lebendig verbrannt

Während Presley also wohl irgendwo sein künstliches Hüftgelenk schwingt, weilt ein anderer Musiker schon längst nicht mehr unter uns. 1969: Aus dem Nichts heraus erscheint in der Campuszeitung der Universität von Michigan der Artikel "Is Beatle Paul McCartney Dead?", der behauptet, dass McCartney bereits seit 1966 tot sei. Auf Drängen des Managements wurde er durch einen Doppelgänger ersetzt, um den weltweiten Erfolg der Band nicht zu gefährden. Schuld an dem Tod soll natürlich eine Frau gewesen sein. Nicht aber Yoko Ono habe ihre Finger im Spiel gehabt, sondern eine attraktive Politesse. Dieser habe der Sänger verträumt nachgeschaut, als er mit seinem Auto unterwegs war, und dabei eine rote Ampel übersehen. Folglich verursachte er einen gewaltigen Unfall, der seinen Wagen in Flammen aufgehen und den Beatle vollständig verbrennen ließ - Identifikation mangels eines intakten Gebisses also ausgeschlossen.

Weil die restlichen Mitglieder der britischen Gruppe rund um John Lennon, Ringo Starr und George Harrison ihre Fans aber auf subtile Weise auf den Betrug aufmerksam machen wollten, versteckten sie nun kleine Hinweise mit Anspielungen auf McCartneys Tod. Da wäre zum Beispiel das berühmte "Abbey Road"-Cover, das vor kurzem sein 50-jähriges Jubiläum feierte. Zu sehen sind die vier Musiker, die einen Zebrastreifen auf der nun weltbekannten Straße überqueren. Während Lennon, Star und Harrison mit dem linken Fuß voranschreiten, setzt nur McCartney den rechten Fuß voraus. Außerdem hält er seine Zigarette in der rechten Hand, und das, obwohl er doch eigentlich Linkshänder ist (oder war?).

Und wem das nicht Grund genug für Spekulationen ist, der beachte die barfüßigen Sohlen des Sängers: Der trägt im Gegensatz zu seinen Kameraden nämlich keine Schuhe, wie es für den Leichnam bei britischen Beerdigungen Tradition ist. Zudem erinnere das Cover an einen Trauerzug - Lennon in Weiß als Priester, Starr rabenschwarz als Sargträger und Harrison in Blau als Totengräber, dazwischen der tote McCartney.

Ein weiteres Indiz liefert 1967 das Cover zu dem Album "Sgt. Pepper‘s", das mit seinem gewaltigen Blumenschmuck und den zahlreichen Personen wie die Illustration einer Beerdigung aussieht. Außerdem wirkt es fast so, als müsse McCartney von Starr und Harrison gestützt werden und könne nicht allein stehen. Über dessen Kopf schwebt auch noch gespenstisch eine aufgehaltene Hand, wie es bei christlichen Ritualen oftmals der Fall ist. Das gelbe Blumengesteck im Vordergrund erinnert dafür stark an ein großes "P".