"Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Werth der Dinge", schrieb einst Arthur Schopenhauer. Dies scheint auch Hanne Hukkelberg auf ihrem mittlerweile sechsten Album zu beherzigen. Die Songs von "Birthmark" sind - auch ganz Verarbeitung eines Verlusts - aus Improvisationen auf dem Klavier ihrer verstorbenen Großmutter entstanden.

Nach dem, gelinde gesagt, etwas irrlichternden Vorgänger "Trust" (2017) besinnt sich die Norwegerin hier wieder ihrer besten Tugenden, mit schlafwandlerischer Sicherheit in verträumte musikalische Landschaften zu entführen. Die neun Stücke orientieren sich an Soul-, Blues- und Jazz-Rhythmen, wobei "Birthmark" in erster Linie ein minimalistisches Album ist, in dessen Zentrum die zauberhafte Stimme Hukkelbergs steht.