"In every generation / There are those who just don’t fit in / We never asked to be this way" - die Auftaktsingle des Albums beginnt wie eine Outsiderhymne, nimmt danach aber eine überraschende Wendung: "Born without souls or blood or skin / We’re young republicans / You cannot pass / You’ve no appetite / To taste the burning flesh of men." Immerhin soll das neue Album der aus Baltimore stammenden Band Lower Dens so etwas wie ihre Beschäftigung mit dem modernen Kapitalismus und seinen Auswirkungen sein: "It’s the end of taking time / No such thing as a simple life."

Dass die majestätische Stimme der vormals androgynen, heute im Prozess einer Geschlechtsangleichung befindlichen Sängerin Jana Hunter weitgehend stoisch eingesetzt wird, mag mitunter für eine latente Text-Ton-Schere sorgen, doch, Achtung, These: Vielleicht sticht man in aufgeregten Zeiten gerade durch einen unaufgeregten Grundton ja wieder hervor.

Nach Anfängen zwischen Post-Punk-(Nach-)Hall und Krautrockbeats wird die 2015 auf "Escape From Evil" vorgezeichnete Hinwendung der Band zu astreinem Pop auf "The Competition" inklusive sehr vieler Synthesizer-Arpeggios aus der Schule der 80er Jahre jedenfalls endgültig vollzogen. Das ist charmant - und vor allem für alle Freunde der dezenten Dancefloor-Melancholie empfohlen.