Schon im März war das vorletzte Konzert der EAV in Wien im Rahmen ihrer "1000 Jahre EAV Live - Der Abschied"-Tour ausverkauft. Damals gab es nur Sitzplätze in der Stadthalle D. Diesmal, beim allerletzten Stadthalle-Konzert, gibt es auch Stehplätze für die rund 11.000 Leuten, die zum finalen Leichenschmaus gekommen sind. Das Programm: fast 40 Lieder aus gut 40 Jahren, vornehmlich aus den 80ern. Ja, die EAV gießt zum Abschied noch einmal ihr Füllhorn über ihrem Publikum aus. Man hat fast vergessen, wie laut und wild die teils schon recht alten Herren dabei sein können.

Frontmann Klaus Eberhartinger, der sich zu Beginn im Sarg auf die Bühne tragen lässt, und seine Band (Gitarre/Gesang: EAV-Gründer Thomas Spitzer, Keyboard/Bläser: Franz Kreimer, Gitarre/Keyboard: Kurt Keinrath, Schlagzeug: Aaron Thier, Bass: Alvis Reid) machen jedenfalls in den fast drei Stunden Konzert (plus viertelstündiger Huldigung) deutlich, dass sie eigentlich noch lange nicht ins musikalische Grab gehören. Zumal Eberhartinger (der mehr oder weniger im Alleingang durch den Abend führt) durchaus fidel wirkt nach seinem Bühnenunfall mit sechsfachem Rippenbruch.

Eine rauschende Abschiedsparty, kein stilles Requiem

Eberhartinger kokettiert jedenfalls den ganzen Abend lang mit dem "absolut letzten Konzert", der "Aufbahrungsparty". "Wir verabschieden uns, wir ziehen uns zurück, wir tragen die EAV zu Grabe." Schon am Beginn ist klar: Es wird ein würdiger Abschied werden. 40 Jahre verpflichten schließlich. In seinen Moderationen blickt Eberhartinger entlang der alten Hits zurück auf die Bandgeschichte, die Hochs und Tiefs zu bieten hatte. Dazwischen gibt es natürlich auch den einen politischen Seitenhieb, so kurz vor der Wahl.

Den Anfang macht der "Ba-Ba-Banküberfall" (dass ausgerechnet dieser Liedtitel am Anfang der Setliste des Abschiedsprogramms steht, ist ein Sickerwitz, wie er nur der EAV einfallen kann), ein echter Klassiker, bei dem allerdings die lustigsten Strophen unterschlagen werden. Aber was soll's, die Trauergemeinde hat ohnehin alle Lieder daheim auf CD, als MP3-File - oder womöglich noch auf MC (junge Leser fragen bitte ihre Eltern, was das ist, und lassen sich die alten EAV-Tonträger vorspielen, so sie denn noch abspielbar sind).