Nachdem Jeff Tweedy in den vergangenen Jahren mit zwei Soloalben und seiner Autobiografie beschäftigt war, veröffentlicht er zusammen mit seiner Band Wilco anlässlich des 25-jährigen Bestehens dieser einflussreichen Formation ihr elftes Studioalbum.

"Ode To Joy" bietet elf Wilco-typische Interpretationen von Folk-, Countryrock und Americana, dieses Mal im Zeichen der Reduktion und dezenter Experimentierfreude. Den Songs ist jede Art von Posertum fremd. Und doch klingt jeder von ihnen zeitgemäß. In Zeiten permanenter Überreiztheit setzt das Sextett aus Chicago auf Reflexion und Kontemplation.

Elegant unaufgeregt und sanft nachdenklich werden auf diesem Album die Verwerfungen des Lebens und die Unzulänglichkeiten der Menschen zum Thema gemacht. Der Sound zielt mit karger Instrumentierung, verschleppten Rhythmen, melancholischen Melodien und einem zurückgenommenen Jeff Tweedy in Richtung Minimalismus. Die Texte erzählen von Hoffnung, Schönheit und Liebe in Zeiten der Veränderung und beharren auf einem Recht auf Glück und Optimismus. Auch wenn Töne und Worte dunkel grundiert sind, vermittelt die Band letztlich eine Anmutung von menschlicher Wärme und unterstreicht damit abermals die Beseeltheit ihrer Musik.