Das 1992 in Tokio gegründete Trio Boris. - © Miki Matsushima
Das 1992 in Tokio gegründete Trio Boris. - © Miki Matsushima

Die japanische Band Boris scheint das Spiel mit Worten und Erwartungen zu mögen. So war ihr Album "Noise" (2014) gar nicht so lärmend, und "Dear" (2017) frönte dem Doom-Metal und experimentierte mit Soundteppichen. Demgemäß klingt "Love" gar nicht so liebevoll und "Evol" eben auch nicht unbedingt bösartig.

Dabei weist das neue Album durchaus unheilvolle Momente auf. Diese finden sich etwa beim Abtauchen in Abgründe, wobei es auch Augenblicke eher stiller Meditation gibt. Doom-Metal-Fans können mit "Shadow Of Skull" indes gegen Ende auf ihre Kosten kommen. Am überzeugendsten sind Boris jedoch, wenn sie auf Gesang verzichten und sich in verschachtelten Instrumentierungen verlieren, bei denen Gitarrenriffs, die eine soghafte Wirkung entfalten, dominieren. Jedes stimmliche Ornament ist hier überflüssig. Mit Ausnahme des balladesken "Away From You" wäre den übrigen Songs eine solche Reduktion ebenfalls zu wünschen gewesen.