Statistische Erhebungen sagen voraus, dass im Jahr 2042 (sogenannte) ethnische Minderheiten die Mehrheit in den USA ausmachen werden. So indiziert schon der Titel des neuen, mittlerweile vierten Soloalbums des Bloc-Party-Frontmanns Rowland Kelechukwu Okereke alias Kele ein Werk voller politischer Bezüge: Zum Windrush-Skandal, durch den mittels fieser bürokratischer Winkelzüge unzählige Briten mit Migrations-Hintergrund ihres Aufenthaltsrechts in UK beraubt wurden, wird die berühmte Rede des britischen Labour-Abgeordneten David Lammy eingespielt. Und auch auf den NFL-Star Colin Kaepernick, der zusammen mit gleichgesinnten Mitspielern Zeichen gegen den Rassismus in den USA gesetzt hatte, und auf die durch Habgier mitverursachte Brandkatastrophe im Grenfell Tower wird Bezug genommen.

Dazwischen gibt es, da das Politische bekanntlich das Private durchdringt, auch immer wieder Einblicke in die Persönlichkeitssphäre, und das alles will zwischen hübscher Balladenkunst, Rap, Electronica und harschem Gitarren-Rock auch musikalisch halbwegs in der Spur gehalten werden. Dass das nicht immer gelingen kann, ist kaum ehrenrührig.