Legt sein 14. Album vor: Beck. - © Citizen Kane Wayne
Legt sein 14. Album vor: Beck. - © Citizen Kane Wayne

Der Mann erwarb sich über ein gutes Vierteljahrhundert einen erstklassigen Ruf als unberechenbarer Musiker, der sich über Genre-Konventionen hinwegsetzt. Und er wurde so zur Integrationsfigur der sogenannten Alternative-Szene: Becks Eklektizismus stand stets im Zeichen von Raffinesse und Virtuosität. Seine ambitionierten Zugriffe auf unterschiedlichste Stile erfolgten stets mit Gefühl, Charme und Intelligenz, seine Aneignungen waren immer innovativ, mutig und relevant. Von Folk und Indierock über Hip-Hop und Psychedelic Rock bis zu Country und Electronica - der Eklektiker Beck Hansen bediente sich überall. Sein Ruf litt am ehesten noch aus außermusikalischen Gründen: zu jener Zeit, als er sich zu Scientology bekannte.

Mit seinem mittlerweile vierzehnten Album, "Hyperspace", setzt Beck seinen Ruf nun aber aufs Spiel. Das Pop-Chamäleon ist auf der Suche nach dem musikalischen Zeitgeist ein wenig vom Weg abgekommen. Als ob er sich die derzeit weltweit so erfolgreichen Politiker zum Vorbild genommen hätte, die mit großem Erfolg auf die perfekte Oberfläche setzen, die den dürftigen Inhalt verdeckt beziehungsweise überstrahlt, umgibt sich der 49-Jährige nun mit trendbewussten Musikgrößen wie Greg Kurstin, Paul Epworth, Sky Ferreira oder Pharrell Williams (Letzterer hat sieben der elf Songs auf dem Album auch mitgeschrieben und produziert), die für den notwendigen (Oberflächen-)Glanz sorgen sollen.

Wie blauäugig und scheinbar unbedarft Beck dabei in die Mainstream-Falle tappt, überrascht dann doch sehr. So stylish das Albumcover geworden ist, so auf Wirkung und Wohlgefallen hin getrimmt sind die Songs geraten. Der Einsatz von elektronischen Spielereien und effektheischenden Synthiesounds tut ein Übriges. Fast alles klingt nach glattgebügelter Perfektion, und auch im Ansatz interessante ("Dark Places") oder schöne Songs wie "Uneventful Days" und "Everlasting Nothing" bleiben aufgrund der Produktion letztlich profillos und langweilig.

Das ist schade. Wobei: Auch Beck darf einmal ein misslungenes Album abliefern.