Auch das allwissende Internet haut manchmal daneben. Schiebt man die neue CD von Christoph Pepe Auer in den Computer, wird sie vom Rechner zwar rasch erkannt. Doch behauptet der Windows Media Player, es handle sich dabei um Smooth Jazz - also um jenes softe Gedudel, das in Bars als tönendes Raumspray dient.

Die Musik von Christoph Pepe Auer sucht dagegen Aufmerksamkeit und verdient sie. Ein Faible für Erkundungen beseelt den Tiroler Saxofonisten und Klarinettisten. Das beweist nicht nur eine Nummer, für die Auer die Kontrabassklarinette stemmt - einen Exoten, anzuhören wie ein Gemisch aus Didgeridoo und rostigem Schiffshorn. Auch als Komponist malt der 38-Jährige mit vielen Klangfarben, kombiniert Feinnerviges gern mit den Mitteln robuster Elektronik: Der Fünfminüter "Golden Hour" fesselt durch eine weitläufige Melodie und ein Bläserstimmen-Geflecht darunter, das den Puls von Club-Musik nachzuvollziehen scheint. Ein weiteres Glanzstück solcher Soundtüftelei ist "White Voice": Kremige Vokalisen vermengen sich mit einem elektronischen Puls und Cello-Pizzicati. Ein Album von entspannter Subtilität, das dennoch in die Beine geht und sich fallweise zu unverhoffter Intensität hochschraubt.

Live am 21. Dezember in Wien im Porgy & Bess