Es hat schon ein bisschen etwas von einem einschlägigen Horrorfilm. Am Dienstag wurde der südkoreanische Sänger und Schauspieler Cha In Ha (27) tot in seinem Haus aufgefunden. Die Todesursache war am Mittwoch noch unklar. Er ist bereits das dritte Todesopfer in der K-Pop-Szene in nur zwei Monaten.

Zuletzt traf es die Sängerin Goo Hara. In ihrem letzten Instagram-Post blickt sie mit leeren Augen in die Smartphone-Kamera, im Schlafzimmerbett liegend, unterschrieben mit "Gute Nacht". Keine 24 Stunden später wird der leblose Körper der K-Pop Sängerin Goo Hara in ihrer Wohnung im Seouler Nobelbezirk Gangnam aufgefunden. Offiziell untersuchen die Seouler Polizeibehörden noch die genauen Ursachen, doch für die meisten Fans scheint der Fall klar zu sein. "Vielleicht konntest du die Stimmen voll Liebe und Unterstützung nicht hören, weil die Stimmen des Hasses zu laut waren", schrieb einer auf Koos Instagram-Account.

Bereits im Mai musste die 28-Jährige, die zuletzt vor allem in Japan musikalische Erfolge feierte, nach einem Suizidversuch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Voller Demut entschuldigte sie sich damals bei ihren Fans, sie würde derzeit eine schwere Zeit durchmachen.

Cybermobbing

Ihre private Tragödie wurde zuvor in den südkoreanischen Boulevardmedien prominent ausgebreitet: Koo Haras Ex-Liebhaber plante, ihre Karriere zu zerstören - und drohte, gemeinsame Sex-Videos zu veröffentlichen. Auf Videoaufnahmen einer Sicherheitskamera ist die Südkoreanerin auf Knien bettelnd vor dem Mann zu sehen, offensichtlich um ihn davon abzuhalten. Das Perfide: Als sich Goo an die Polizei wandte und Anzeige erstattete, wurde sie von einem wütenden Internet-Mob angefeindet. Als "Schlampe" bezeichneten sie einige Nutzer, andere machten sie für ihre falsche Männerwahl verantwortlich.

Nicht nur von ihren Fans musste sie erneute Schuldzuweisungen ertragen: Auch ihr Label hat ihren Vertrag während des Skandals nicht erneuert. Und das Gericht hat den Ex-Freund zwar wegen Nötigung und Erpressung zu anderthalb Jahren Haft verurteilt, doch die Strafe letztlich auf Bewährung ausgesetzt. In der Begründung ließ der Richter verlauten, dass die beiden schließlich eine einvernehmliche sexuelle Beziehung geführt hätten, die von der Sängerin Goo initiiert wurde.

Ihr mutmaßlicher Selbstmord reiht sich ein in eine lange Riege an weiblichen K-Pop-Stars, die sich in der extrem hierarchischen und männerdominierten Branche das Leben nahmen: Erst im Oktober wurde die 25-jährige Sängerin Sulli in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden. Als eine der wenigen offenen Feministinnen in der konservativen Gesellschaft litt sie ebenfalls unter massivem Cyber-Bullying. Ihre scheinbaren Skandale muten geradezu harmlos an: So postete sie Fotos auf Sozialen Medien, auf denen sich unter ihrem T-Shirt eine Brustwarze abzeichnete. Im konservativen Südkorea reagierten jedoch viele Männer erzürnt, dass eine Frau es wagte, ohne BH in der Öffentlichkeit aufzutreten.