Neun Jahre sind vergangen, seit sich der Jazzpianist Yaron Herman das letzte Mal dem Trioformat gewidmet hat. Nun ist der israelische Parade-Tastenmann zu dem geschichtsträchtigen Fach zurückgekehrt, zeigt sich darin aber überraschend introvertiert.

Strotzte Hermans Frühwerk gern vor Sturm und Drang, weht ein Hauch von Melancholie aus dem neuen Album des 38-Jährigen. Die Klaviermelodien betreten oft erst zaghaft jene Bühne, die ihnen ein Groove-Teppich bereitet - und zeigen sich immer wieder vage, bevor ein ziseliertes Solo anhebt. Dieser Tonfall hat allerdings seinen Reiz und bezaubert gespitzte Ohren durch Vieldeutigkeit. Und an Drive fehlt es nicht: Sam Minaie (Bass) und Ziv Ravitz (Schlagzeug) knüpfen dichte, drahtige Texturen, die hie und da an den Sound elektronischer Musik erinnern. Anspieltipp: Das Titelstück, das die orientalische Färbung in Hermans Modern-Jazz-Stil zart zutage treten lässt.