23 Jahre nach der Veröffentlichung ihrer ersten EP, "Jet Crash Kills", kehrt die in Graz und Umgebung längst zur Institution gewordene Band The Base zu ihrem geradlinigen Rock-Trio-Sound zurück. Diese Rückkehr zu den Wurzeln kommt insofern ein wenig überraschend, als ihre zwischenzeitliche Abkehr von der Bodenständigkeit des ursprünglichen Entwurfs kommerziell durchaus erfolgreich war und auch von der Kritik mehrheitlich positiv aufgenommen wurde.

Die Tour zum mit Dance-Beats und Disco-Sounds spielenden Album "Disco Bazaar" (2017) war eine der erfolgreichsten der Bandgeschichte und die Zusammenarbeit mit dem Jazz Orchester Steiermark führte das Trio als The Big Base Band sogar ins altehrwürdige Wiener Porgy & Bess. Trotzdem verspürte das Trio aus Norbert Wally (Gitarre, Gesang, Texte), Albrecht Klinger (Bass) und Karlheinz Miklin Junior (Schlagzeug) wieder große Lust auf schnörkellosen Indierock und begründete diese Entscheidung mit dem Credo: "Wir sind als Band frei und unabhängig genug, um alle Fehler machen zu können, die nötig sind, um wirklich gut zu werden."

Das Album "Tribal Instincts" bezieht seinen Reiz nun gerade aus der musikalischen Beschränkung auf das Wesentliche. Die Konzentration auf das Basis-Instrumentarium - druckvolle Gitarre, grummelnder Bass und schepperndes Schlagzeug -, kombiniert mit Norbert Wallys sonorer, unverwechselbarer und charismatischer Stimme, geht mit einem an den traditionellen Werten des Rock ’n’ Roll orientierten Handwerk stimmig einher.

Aufgenommen wurden die vierzehn Songs des Albums in einem alten Bauernhaus im slowenischen Karst. Die Musik fällt diesmal hochgradig Indie aus, die Texte sind lässig und tiefgründig zugleich. Kurz: "Tribal Instincts" ist das bisherige Opus Magnum im Werkkatalog der Grazer.

Anspieltipps: "River Of Mercy", "Crazy Town", "Coming Over You", "Another Day, Another Part Of Town".