Owen Pallett live am 30. November 2019 beim Wiener Blue Bird Festival. - © Hanna Pribitzer
Owen Pallett live am 30. November 2019 beim Wiener Blue Bird Festival. - © Hanna Pribitzer

Thematisch ist "Island" ein Sequel von "Heartland". Das heißt, wir begegnen wieder dem Farmer Lewis, der mit (und an) seinem Schöpfer Owen hadert. Wie der LP-Name nahelegt, strandet er auf einer Insel, gerät in einen Konflikt mit Eingeborenen und wird gefangen genommen. Im Zuge dessen überdenkt er auch sein Verhältnis zu Owen.

Die zwei Charaktere stehen für das "Ich" und "Es" in Palletts Persönlichkeit, bilden aber natürlich keine unmittelbare biografische Realität ab. "Sie würden keine Songs über mein Leben hören wollen. Sie wären über Gemüse schneiden und mit dem Hund spazieren gehen", scherzt Pallett,der sich in der Vergangenheit als schwul geoutet hat, indessen im Interview erwähnt, er sei einmal in eine Geigerin aus München verliebt gewesen. Außerdem war er vor etwas mehr als einem Jahr mit dem - später widerrufenen - Vorwurf einer Frau konfrontiert, er habe sie sexuell belästigt.

Der härteste Job

So banal Palletts Lebensstil - laut eigener Aussage - sein mag, so gefragt sind seine Fähigkeiten bei anderen Künstlern: Mit Arcade Fire hat er extensiv getourt. Darüber hinaus hat er als Musiker und (meistens) Streicherarrangeur Produktionen von den Hidden Cameras, den Pet Shop Boys, Grizzly Bear, Duran Duran, The Last Shadow Puppets, Beirut und vielen anderen veredelt. Selbst einem Robbie Williams hat er bei seinem Album "Take The Crown" unter die Arme gegriffen, um allerdings eine leidvolle Zeit zu erleben: "Da habe ich mir schwer getan - hauptsächlich deswegen, weil ich keinerlei Identifikation mit dieser Musik herstellen kann. An einem Moment der Produktion schlug ich gegen die Wand und fing zu weinen an, weil ich derartige Probleme hatte, die Arrangements hinzukriegen. Ja, Robbie Williams war wahrscheinlich der härteste Job bei der Arbeit für andere Musiker. Was nicht heißt, dass ich ihn nicht als Künstler respektieren würde."

Auch bei Filmmusiken und Werbeaufträgen ist Palletts Begeisterung mittlerweile recht endenwollend: "Ich würde gerne mehr Theatermusik machen, aber solche, wo ich die kreative Quelle bin. Bei Filmmusik aber arbeitet man meistens nach den Vorstellungen des Regisseurs oder Produzenten. Oft haben diese Leute einfach keine Ahnung, wie Musik funktioniert."