"Leonard Cohen Is Dead" heißt auch ein zentraler Song auf dem Album "Strange Path" des kanadischen Sängers und Gitarristen Leroy Stagger - was zeigt, wie sehr der 2016 verstorbene Grandseigneur im musikalischen Schaffen seiner Landsleute bis heute nachwirkt (so er nicht seine eigene Stimme selbst noch aus dem Jenseits erhebt, wie zuletzt auf dem Album "Thanks For The Dance"). Stagger, im Lauf von 17 Karrierejahren vom Punkmusiker zum Singer-Songwriter evolviert (was nicht zwangsläufig eine Reifung bedeuten muss), zeigt auf "Strange Path" die Bandbreite seines soliden handwerklichen Könnens, das von Rock-Hadern ("Jesus and Buddha") über Glam-Rock-Stampfer ("Strange Attractor") bis zu elastischem Country-Pop ("Deeper Well") reicht, was einen als Hörer zwar nicht umwirft, aber in Bewegung hält.

So ähnlich verhält es sich auch mit "Buffalo", dem neuen Album der kanadischen Folk-Rockband Current Swell. Jeder der ebenfalls zehn Songs hat einen mehrstimmig-hymnischen Zug nach vorne und verrät viel von den Live-Qualitäten des aus British Columbia stammenden und seit 2005 tätigen Quintetts, das es in Sachen einnehmender Präsenz durchaus mit Bands wie Mumford & Sons aufnehmen kann (verifizierbar am 14. Februar im Wiener B72!). Der Titelsong ist, wie sich das gehört, das exemplarische Pars pro toto.

Ebenfalls mit dem Ruf einer packenden Liveband rücken die Foreign Diplomats aus Quebec an, deren zweites Album, "Monami", den einzigen Nachteil hat, dass der darauf dargereichte Independent-Pop so ubiquitär und volatil klingt, dass man ihn nur schwer einer einzelnen Band zuordnen kann. Aber egal: Songs wie "Road Wage" oder "Charger" sind von so unbändiger Spiellust und Quirligkeit, dass daran nicht nur Fans der Sparks oder von Maximo Park ihre Freude haben sollten.

Ein bisschen sehr wiedergängerisch klingen auch The Fame aus Toronto auf ihrer Debüt-EP "Maybe, Tomorrow". Der an Nirvana oder The Strokes erinnernde Gitarrenrock ist zwar soundmäßig eher "Maybe, Yesterday", aber ein Song wie "Cherry Lipstick" hinterlässt auch in der Gegenwart einen festen Ein- und Abdruck.