Das Popjahr 2020 ist erst zweieinhalb Wochen alt, und schon präsentiert der Bombay Bicycle Club ein fast makelloses Indiepop-Album. Das Quartett aus London findet auf seinem fünften Streich die perfekte Balance zwischen Indiepop-Perfektion, Dancepop-Schwung und dezenten Artrock-Experimenten. Die vermehrt eingesetzten Elektronik-Klänge betonen die Künstlichkeit des Entwurfs - und doch sind die meisten der Songs unwiderstehlich in ihrer Eingängigkeit. Insgesamt schillert das von John Congleton produzierte Werk in den unterschiedlichsten Klangfarben.

Nach vierjähriger Veröffentlichungspause beweist der Bombay Bicycle Club mit "Everything Else Has Gone Wrong" nicht nur, dass sein originärer, mitreißender Sound erhalten geblieben ist - ein größeres Maß an Dynamik und Dringlichkeit sorgt außerdem dafür, dass viele der Songs dem Hörer ordentlich in die Glieder fahren. Dass auch zwei, drei erstaunlich seichte Nummern ihren Platz auf dem Album fanden, ist ein wenig enttäuschend, aber ein letztlich vernachlässigbarer Wermutstropfen.