Wird sie dieses prestigeträchtige Lied so prachtvoll schmettern wie einst Shirley Bassey in "Goldfinger" und "Moonraker"? Oder pathetisch schmachten wie zuletzt Sam Smith in "Spectre"? Oder wird Billie Eilish (18) mit dem Titelsong des 25. Bond-Films "No Time To Die" ("Keine Zeit zu sterben") ein ganz eigenes Ding durchziehen, wie bisher schon in ihrer atemberaubenden Selfmadefrau-Karriere?

Zu hören ist vorerst kein einziger Ton vom Vorspannlied zum Top-Kinoereignis des Jahres 2020, das am 2. April Premiere haben wird. Auch Eilishs Plattenfirma hütet das Geheimnis: Über den Bond-Song gebe es "keine Infos, bevor sie offiziell verschickt werden oder auf Billies Socials angekündigt werden", teilte Universal der Deutschen Presse-Agentur mit. Aber soviel steht schon fest: Die Berufung einer gerade erst volljährigen Musikerin zum neuen Bond-Song-Girl weckt gespannte Erwartungen - und bei manchen auch Sorge um ihren Pop-Darling.

Jüngste Künstlerin bei 007

Denn die 2019 mit Millionen Audiostream-Klicks und verkauften Alben zum globalen Superstar aufgestiegene Eilish aus Los Angeles ist "die jüngste Künstlerin, die je ein James-Bond-Titellied geschrieben und aufgenommen hat", wie es vorige Woche zur allgemeinen Überraschung auf dem Bond-Twitteraccount hieß. Kommt die Aufnahme in den Popcornkino-Olymp aber womöglich zu früh? Verhebt sich die so makellos gestartete Künstlerin damit, altert sie vorzeitig? Oder ist Billie eigentlich "zu cool", um "eine der angestaubtesten Film-Marken" musikalisch zu untermalen, wie der britische "Guardian"-Kritiker Stuart Heritage orakelte?

Tatsächlich: Eilishs Vorgänger und (zumeist) Vorgängerinnen hatten praktisch allesamt schon länger Berühmtheit und Star-Charisma erworben, bevor ihr Song den britischen Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten in sein neues Filmabenteuer geleitete:

In der Frühzeit der Kinoreihe ragten die stimmgewaltige Shirley Bassey (häufigste Bond-Vorsängerin mit gleich drei Auftritten: 1964, 1971, 1979), der Waliser Tom Jones (1965) und US-Popikone Nancy Sinatra (1967) heraus. Danach sangen Megastars wie Paul McCartney (1973), Tina Turner (1995) und Madonna (2002) für 007. Gelegentlich kamen gerade aktuelle Charts-Phänomene wie Lulu (1974), Sheena Easton (1981) und die Synthie-Popper a-ha (1987) zum Zuge, zuletzt auch Alternative-Rocker wie Garbage (1999), Chris Cornell (2006) und Jack White (2008).