Den Spitznamen "Little Bird" verdankte er seinem Stil - und seinem Wuchs. Jimmy Heath, 1926 als Sohn eines Automechanikers in Philadelphia zur Welt gekommen, entwickelte am Alt-Saxofon einen ähnlichen Tonfall wie die Jazz-Ikone Charlie "Bird" Parker. Zudem fiel er durch einen zarten Körperbau auf, der ihm im Zweiten Weltkrieg von Vorteil sein sollte: Aufgrund seiner Maße wurde Heath nicht in die US-Armee eingezogen. Stattdessen tourte er mit der Gruppe des Bigband-Leaders Nat Towles und hob danach seine eigene Groß-Formation aus der Taufe, die sich dem Bebop verschrieb und spätere Weltstars wie John Coltrane und Benny Golson in ihren Reihen hatte.

Heath war auch als Pädagoge eine prägende Gestalt. - © APAweb / afp/Nicholas Hunt/GettyImages
Heath war auch als Pädagoge eine prägende Gestalt. - © APAweb / afp/Nicholas Hunt/GettyImages

Heaths eigener Aufstieg wurde in den 50er Jahren durch Heroin gebremst, seinerzeit die Geißel der Jazz-Welt. 1960 brachte er schließlich sein erstes Album als Bandleader heraus, das die Szene beeindruckte: "The Thumper" wartete mit Kollegen vom Schlag eines Nat Adderley auf sowie schmissigen Eigenkompositionen wie "For Minors Only".  Heath, der gern mit seinen Brüdern Percy (Bass) und Albert (Schlagzeug) auftrat, schrieb sich der Jazzgeschichte nicht nur durch Stücke für seine eigenen Alben ein, sondern auch durch Beiträge für Ikonen wie Chet Baker sowie durch seine Arrangeurskünste; auch als Jazz-Pädagoge am New Yorker Queens College war er eine prägende Gestalt. Am Sonntag ist Heath, wie "The Guardian" meldet, mit 93 Jahren verstorben.