Was für ein Auftakt! Der erste Song klingt wie ein früher James Blake mit ein wenig Hundegebell und Fernost-Flair. Für das rhythmische "Keramik" müssten sich wiederum The xx nicht genieren. Ziemlich alle Referenzen, die man hier namhaft machen kann, sind für eine deutschsprachige Platte reichlich ungewöhnlich. "Tausend Formen" ist ein anspruchsvolles, durch eine karge Gitarre interpunktiertes Stück Synthie-Pop, "Himmel" ein rhythmisch gebrochenes Stück Eisklumpen mit einem Gesang, der sich erfolgreich bemüht, neben der Spur herzutaumeln.

Just bei "Wolken", einem astreinen Pop-Hit, erwärmt sich die latent frostige Stimmung ein wenig. Im Finish pendelt sich die LP auf gepflegten Pop in nebelverschleierten Klanglandschaften ein. Diese Titel! "Fluchtpunkte", "Neue Wildnis", "Trabant" ... "Was würde ich geben, dort Orpheus zu sein", heißt es passend im Titelsong. Falls dieses Jahr noch eine bessere Platte aus Ösiland erscheint - tu felix Austria!