"I heard voices echoing / in through the forest of family trees." Solche textlichen Preziosen - diesfalls aus "How Long, How Long" - hat das Werk von Bill Fay und insbesondere sein neues Album zuhauf. "Countless Branches" ist Fays sechster Longplayer in 50 Jahren. Nach zwei LPs Anfang der 70er von der Plattenfirma Deram fallengelassen, verschwand der Londoner in der Versenkung. Um die Millenniumswende wurden seine Platten aber wundersamerweise wiederentdeckt und -veröffentlicht. Ab Mitte der Nullerjahre veröffentlichte Fay, der die ganzen Jahre über weiter Songs geschrieben hatte, wieder neues Material.

Auf "Countless Branches" gibt der 76-Jährige, meist nur vom eigenen Klavier und hin und wieder der akustischen Gitarre Matt Deightons begleitet, mit lebensweiser Stimme fast eine kammermusikalische Variante von Johnny Cashs "American Recordings". Nur dass die Erzählung (vom Wesen der Zeit, der Natur und anderen schönen Dingen) ausschließlich aus dem eigenen Schaffen schöpft.