Wer Musik hören will, die innovativ oder gar experimentell klingt, die provoziert, verstört oder aufstachelt - der ist bei Nada Surf definitiv an der falschen Adresse. Nada-Surf-Songs sind mit bestimmten Gefühlen und Empfindungen aufgeladen: Glück und Sonnenschein, Liebe und Sympathie, Freundschaft und Harmonie, Wohlgefühl und Sicherheit.

Auch das neunte Studioalbum der Band aus New York ist wieder zu einem Lehrstück in Sachen Melodieverständnis und musikalischer Glückserzeugung geraten. "Never Not Together" bietet neun Songs lang den perfekten Soundtrack für den mitunter grauen Alltag der Hörerschaft. Die Songs zerplatzen oft geradezu vor Gefühl und Empfindung, doch die routinierte Band um Frontmann Matthew Caws hält das Ganze gekonnt zusammen.

Gemeinsam mäandert das Indie-Kollektiv zwischen Sehnsuchtspop, leichtfüßigem Blue-Eyed Soul und von forschen Gitarrenklängen geprägtem Power Pop und schafft damit Songs, die aufmuntern und inspirieren. Matthew Caws besingt in einfachen und doch Intimität evozierenden Texten emotionale Wechselbäder, beschwört am Ende aber stets die Wirkungsmacht der Liebe und das Glück des Daseins.

Bekannte Sounds werden ein wenig variiert, die Stärken - schimmernde Gitarrenklänge und sublime Melodien - hervorgehoben und die Arrangements mit Streichern und Kinderchören angereichert. "Never Not Together" erweist sich zwar als Slow Burner, der erst nach mehreren Hördurchgängen seine ganze Größe zu erkennen gibt. Danach beeindrucken die nur scheinbar glatten Melodien allerdings umso mehr.